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Nex

Storie von: arne, am 30.12.2008 ]

Mit NEX schickt Rising Records eine wahre Stimmungskanone ins Rennen, die unter allen Bands des Roasters das größte Breitenwirkungspotenzial besitzt. Es wäre keine allzu große Überraschung, das Quartett in absehbarer Zeit auf einem Major zu sehen. Die Jungs aus Huddersfield tun das ihnen Mögliche, um möglicht breit angelegt und massenkompatibel zu klingen. In ihren dynamisch arrangierten Stücken treffen Elemente aus dem Metal auf Indie- und Alternative-Rock, Hardcore und eine gewisse Emo/Screamo-Edge.

 
Doch der Reihe nach. Zunächst gilt es die zuvor allein auf der Insel aktive Gruppe kurz vorzustellen: „Da gibt es im Grunde nicht viel zu sagen.“, entgegnet Sänger Ed Dickinson. „Wir sind eine Band aus dem UK und wir lieben es, gemeinsam Musik zu machen. NEX bestehen in unveränderter Besetzung seit sechs Jahren. Wir wollen gemeinsam mit unseren Fans rocken, und das war es dann auch schon.“ Mit ihrem Zweitwerk „A Clockwork Heart” legen die Briten ein abwechslungsreiches und vielschichtiges Album vor, das sowohl dank seiner groovigen Härte als auch markanter Hooklines punktet. Das selbst betitelte Debüt von 2002, das im Zuge der neuen Platte wieder veröffentlicht wird, ist eine ungleich schlechtere und nur für Fans angeratene Scheibe: „Auf dem europäischen Festland kennt man uns ja noch nicht, denn erst mit dem neuen Album gehen wir von der Insel runter.“, erläutert Ed.

„Von dem bisherigen Feedback aus Europa lässt sich bereits ableiten, dass die Leute musikalisch aufgeschlossener sind und uns Interesse entgegen bringen. Das ist schon einmal eine gute Basis. Inwieweit uns die Wiederveröffentlichung des Debüts helfen wird, kann ich nicht sagen. Es hat schon einige Jahre auf dem Buckel und spiegelt unseren jetzigen Sound nur ansatzweise wider. Da es da draußen aber so viele gute Bands gibt, ist es dennoch eine Ehre, seine Veröffentlichungen in den Läden zu sehen, egal, wie alt sie sind.“ Der Vierer aus dem Nordwesten Großbritanniens agiert musikalisch Genre-übergreifend und mit gehörigem Selbstbewusstsein ausgestattet. Dabei aber auch reflektiert und mit einer überraschend nüchternden Einstellung: „Bei uns steht nach wie vor der Spaß im Vordergrund, denn ohne Spaß geht es nicht. Die Aufmerksamkeit, die NEX hier bei uns in Großbritannien entgegen gebracht wird, haben wir natürlich zur Kenntnis genommen, doch wir kämpfen nach wie vor hart darum, uns unter den Musik-Fans bekannt zu machen. Gute Kritiken in der Presse sind schön, doch am Ende kommt es auf die Hörer an. Nichts geht über Fans, die nach einer Show zu dir kommen und mit dir über ihre Gefühle sprechen. Es geht uns ja gerade darum, den Leuten eine gute Zeit zu bescheren.“

Um dieses zu erreichen, sind dem Sänger


selbst cheesigste Refrain-Parts oder Halbballaden nicht zu peinlich, wobei sich sein Einsatz über das ganze Album hinweg auffällig an Mike Pattons Faith No More-Zeiten orientiert. Musikalisch ist durchaus eine Schnittmenge gegeben, doch treffender scheinen NEX zwischen Alexisonfire und den Foo Fighters verortet. Aufgrund einiger numetallischer Ausreißer mögen auch System Of A Down eine treffende Referenz sein: „Musikalisch und auch hinsichtlich der Shows, die wir spielen, schätzen wir eine bunte Durchmischung. Wenn es dir als Band gelingt, sowohl ein Publikum zu begeistern, das aus 50-jährigen Bikern besteht, als auch eines, dass im Schnitt aus zwölf Jahre alten Punk-Kids zusammen setzt, hast du es geschafft und bist ein Gewinner. Natürlich fordert es von dir als Musiker mehr, doch gerade die Herausforderung bringt dich erst weiter. Mehr Spaß bringt es natürlich, wenn du 40 Minuten Breakdowns für schlecht gelaunte Hardcore-Kids spielst, hehe.“ Auf Szenen und Genres reagieren NEX allergisch. Da die Gruppe aus Huddersfield mit maximaler Breite agiert, sieht der Sänger sie vom „Wettbewerb“ entkoppelt:

„Aus unserer Sicht passen wir in kein Schema. Gerade deshalb sind hier im UK so viele Presse-Leute und Hörer auf uns angesprungen. Wir stechen aus der Masse der vielen ähnlich klingenden Bands heraus. Mit diesem Ansatz sind wir vor Jahren an die Entwicklung unserer Musik heran gegangen. Charakteristische oder benennbare Trademarks weist unser Sound nicht auf, denn wir verändern die transportierten Stimmungen und verwandten Stil-Elemente mit jedem Stück. Einen gemeinsamen Nenner oder klare Merkmale gibt es dabei nicht. Da unsere Aufmerksamkeitsspannen kurz sind, können wir uns auch musikalisch nicht lange an einem Ort aufhalten. Das treibt uns beständig voran und führt im Ergebnis zu einem abwechslungsreichen Sound. Ich bin froh, dass die Stücke auf dich auch eingängig wirken, denn wir können es uns tatsächlich nicht verkneifen, auch einige Hooks einzuwerfen. Alles, was wir tun, ist, gute Songs zu schreiben und diese live zu entertainen.“ In Support von „A Clockwork Heart“ haben NEX auch Shows für das europäische Festland angekündigt. Man darf wohl zu Recht gespannt sein.

 
 Links:
  myspace.com/nexmusic
 
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