Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1778

Unearthly Trance

Storie von: arne, am 04.04.2008 ]

Mit “Electrocution“ erscheint das vierte Album von UNEARTHLY TRANCE aus New York, die nach Veröffentlichungen für Rise Above und SouthernLord bereits ihre zweite Platte für Relapse vorlegen. Über die Jahre hinweg hat sich der Sounds des Heavy-Trios immer stärker akzentuiert, wobei die Brooklyner auf Nachvollziehbarkeit und Erdigkeit gesetzt haben.

 
„Unsere neue Scheibe zeigt weitaus mehr Größe und wiegt insgesamt schwerer.“, fasst Sänger und Gitarrist Ryan Lipynsky zusammen. „Obwohl die Band nun schon mehr als acht Jahre besteht, arbeiten wir noch immer hart an unserem Sound und entwickeln ihn beständig weiter, um ihn auf das nächst höhere Level zu heben. Was uns dabei in die Karten spielt, ist die Tatsache, dass wir ein Trio sind und unser Spiel dadurch sehr eng aufeinander abgestimmt sein muss. Als Einheit funktionieren wir noch immer am besten und das macht uns stark. Ausgehend von Ideen, die wir für “The Trident“ entwickelt hatten, sind wir in die Arbeit für den Nachfolger gegangen und haben sie um neue Facetten ausgebaut. So klingen wir im Ergebnis direkter und schneller.“

UNEARTHLY TRANCE verstärken ihren eingeschlagenen Weg ganz bewusst und setzen noch stärker auf eine breit ausladende Mischung aus Doom, Sludge und Heavy Rock: „Das Streben nach Schnelligkeit und handwerklicher Technik ist vor allem im Mainstream-orientierten Metal wieder stark in Mode. Mir scheint es, als würden Bands mit der Fokussierung auf diese beiden Aspekte den Fans Innovationskraft vorgaukeln und ihre Schwächen im Songwriting kaschieren. Für mich selbst steht der Song immer an erster Stelle und alles Weitere kommt ganz von selbst. Natürlich gibt es Ausnahmen von dieser Regel, doch zumeist sind es Gruppen aus den 70ern und 80ern, die meine Aufmerksamkeit fesseln, weil sie authentisch und kompositorisch interessant sind. Der „Kampf um den Metal-Olymp“ existiert unabhängig davon, doch der Wettbewerb darum, wer schneller, verrückter, langsamer, tiefer oder höher ist, führt im Ergebnis nur dazu, dass den Musikern alsbald ihre Ideen ausgehen und sie beginnen müssen, richtige Songs zu schreiben. Daran wird letztlich jede Band gemessen.“

UNEARTHLY TRANCE geben sich auf “Electrocution“ inspiriert und zimmern schöne Kontraste, die für Abwechslung sorgen. Die acht Stücke des Albums umfassen alle relevanten Schweregrade, ohne einen von ihnen zu stark zu gewichten:

„Wir haben es uns selbst auferlegt, uns nicht zu wiederholen und unseren Instinkten zu vertrauen. Dieser Weg hat sich bislang als richtig erwiesen. Wenn die nächste Platte wieder stärker in der Richtung unserer


frühen Alben liegen würde, wäre das das Ergebnis unserer Proben, mit dem wir sehr gut leben könnten. Jede Zeit verdient ihren speziellen Sound, der durch das Bauchgefühl bestimmt wird. Heavy Metal wird es allerdings immer sein. Der Kniff ist es, die jeweils richtige Balance zu finden.“ Mit ihrer zweiten Platte für Relapse liefern die New Yorker ein brachial kompaktes und von seiner Wirkung her furchteinflößendes Werk ab, das unerwartet eingängig ist: “Electrocution” ist mit einem stärkeren Rock-Feeling ausgestattet und weist eine ordentliche Portion Groove auf. Doch beides gab es bei uns schon immer. Ich stimme allerdings zu, dass wir im Sinne eines spürbaren Flusses in der Vergangenheit nicht immer so eingängig angelegt waren. Das hat sich erst mit der Zeit entwickelt.“

Im Detail haben UNEARTHLY TRANCE an folgenden Stellschrauben angesetzt: „Im Bereich des Gitarren-Einsatzes beweisen wir eine deutlich größere Bandbreite, denn dort habe ich viel experimentiert. So gibt es einige exotische Riffs zu hören. Zusätzlich singe ich häufiger und wage mich auch an höhere Stimmlagen, die ich früher immer ausgeklammert habe. Bei den Drums haben wir Wert auf einen natürlicheren Klang gelegt. Das ist uns gelungen, und die direkten Drums springen die Hörer förmlich an. Das Album im Ganzen hat einen stark aufputschenden Vibe und eben so wollten wir es haben.“ Den eigenen Roots zeigt sich das Trio nach wie vor verpflichtet:

„Es ist uns wichtig, einem konsistenten Stil zu folgen und unsere Ideale nicht aufzugeben. Im Grunde hat sich gegenüber den Anfangstagen gar nicht so viel verändert. Noch immer gibt es brutale und kehlige Vocals und auch die wuchtigen Doom-Parts sind ebenso wie Elemente aus dem Black Metal, Doom und Sludge bis heute existent. So krass wie Katatonia würden wir die Richtung niemals ändern. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie die Vocals von einem Album zum anderen völlig anders geklungen haben, was sie viele Fans gekostet hat. Unsere Entwicklung vollzieht sich langsam und nachvollziehbar.“ Im Spannungsfeld zwischen Black Sabbath, Neurosis, Darkthrone, Celtic Frost, Danzig und His Hero Is Gone finden UNEARTHLY TRANCE ihre Momente und Fans der Genannten sollten dem Trio eine Chance geben.

 
 Links:
  myspace.com/utny
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  August Burns Red
  Dance Gavin Dance
  Loviatar
  Make Them Suffer
  Sparta

Interviews/Stories:

  Neaera
  Suicide Silence
  Clint Lowery

Shows:

  08.04. Power Trip - Munich
  08.04. Lamb Of God - Munich
  08.04. Kreator - Munich
  09.04. Power Trip - Ludwigsburg
  09.04. Lamb Of God - Ludwigsburg