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Norma Jean

Storie von: arne, am 31.12.2006 ]

Neben Underoath sind NORMA JEAN das zweite wichtige Aushängeschild ihres amerikanischen Labels Solid State und jenseits des Atlantiks eine der bekanntesten und beliebtesten Hardcore-Bands metallischer Orientierung überhaupt. In Europa verhält sich das noch anders, denn trotz einiger Kurz-Touren ist hier für die Kombo nach wie vor akute Entwicklungsarbeit zu leisten.

 
Fragen die Wertschätzung der Fans oder den eigenen Status in der relevanten Szene betreffend interessieren die Band nach Auskunft ihres Bassisten Jake Schultz jedoch nicht: „Über solche Themen denken wir kaum nach, und es würde auch keinen Sinn machen, weil es zu keinem Ergebnis führt. Für uns als Band ist allein wichtig, dass aggressive Musik im Ganzen mehr denn je wahrgenommen wird und weltweit viele Fans findet. Das öffnet jeder Gruppe gute Möglichkeiten, und für den eigenen Erfolg oder Misserfolg ist man letztlich selbst verantwortlich, denn es hängt vom Ausmaß der Energie ab, die man selbst investiert. Vielleicht haben wir Europa bislang noch nicht die nötige Aufmerksamkeit gewidmet, aber warten wir erst einmal die Tour im Januar ab. Unsere bisherigen Gigs in Deutschland liefen für uns immer gut und das setzt sich hoffentlich fort. Wir als NORMA JEAN sind gerne auf Tour, spielen gerne schwere Musik und das ist auch schon alles. Wir sind für die Aufmerksamkeit, die wir erfahren, überaus dankbar und wollen noch möglichst lange als Band weiter bestehen. Um Belange wie Trends und Ähnliches kümmern wir uns dabei nicht und auch mit solchen Fragen, wie der, weshalb die Durchmischung von Emo, Hardcore und Metal dieser Tage so populär ist, belasten wir uns nicht. Wichtig ist, dass die Kids an solcher Musik überhaupt interessiert sind und es so vielen Musikern ermöglichen, von ihren Bands leben zu können. Ich persönlich finde es toll, dass eine junge, aus dem Underground stammende Spielart harter Rockmusik heute auf der ganzen Welt ebenso viele Anfänger wie andere deutlich kommerzielle Stile findet.“

Nachdem das Zweitwerk „O´ God, The Aftermath“ hierzulande noch über die EMI vorgelegt wurde, erscheint “Redeemer“ als Euro-Lizenz über Century Media, das das Quintett weitaus nachhaltiger im Heavy-Sektor positionieren können dürfte. Ob NORMA JEAN nun allerdings den „großen Siegeszug“ antreten werden, bleibt abzuwarten, denn sperrig und nur bedingt massenkompatibel gibt sich das Quintett nach wie vor:

„Wichtigstes Kriterium für uns ist es, ob wir selbst vom fertigen Produkt überrascht und überzeugt werden. Bislang ist uns dieses noch immer gelungen, und wenn es sich „nur“ um kleine Feinheiten handelte, die wir verändert haben. Es bedarf dabei keines besonderen Antriebes, immer ein Stück mehr zu geben, sich zu verbessern und sich so kontinuierlich zu steigern. Es macht schlichtweg Spaß, neue, noch stärkere Stücke zu schreiben und uns selbst und die Fans zu begeistern. Wir gehen an jede Platte, als


wenn es unsere erste oder letzte wäre, um das Maximum des uns Möglichen zu erreichen. Das hat sich bislang als richtige Arbeitsmaxime erwiesen und daran halten wir fest.“

Gegenüber dem 2002er Debüt „Bless The Martyr And Kiss The Child“ präsentiert sich der Fünfer aus Atlanta heute zwar durchaus nachvollziehbarer, auch etwas melodischer aufgestellt und in den eigenen Arrangements stimmiger, doch bieder oder anspruchslos ist man deshalb noch lange nicht. NORMA JEAN wirken nach wie vor sehr kopflastig, denn an der verschachtelten Komplexität und chaotisch-intensiven Brachialität der Stücke der Band hat sich nämlich nichts verändert:

„Weiterentwicklung bedeutet ja, dass man sich an dem, was man bereits geschaffen hat, orientiert und die eigene Leistung steigert, indem man neue Einflüsse integriert oder auf verbesserte individuelle Fähigkeiten setzt, durch die man ein größeres Ganzes erreicht. Eben das haben wir mit “Redeemer“ getan. Alle Elemente unserer ersten beiden Longplayer sind in die neue Platte eingeflossen, und zusätzlich haben wir neue Einflüsse einbezogen. Meinem persönlichen Empfinden nach ist das neue Album deutlich aggressiver als sein Vorgänger ausgefallen. Vielleicht ist es nicht so direkt und brutal wie “O’God…“, doch dafür ist “Redeemer“ weitaus heaviger und mit deutlich mehr Gefühl ausgestattet, was die Nachhaltigkeit der Stücke und ihre Wiedererkennbarkeit steigert.“

Dank gewachsener kompositorischer und handwerklicher Fähigkeiten kanalisiert man die eigenen Gefühlszustände tatsächlich geschickter und nachhaltiger, und jederzeit ist klar, wer hier aufspielt, denn der Fünfer aus Atlanta verfügt längst über wahrnehmbare Trademarks: „Sicherlich gibt es immer Stilelemente, die eine Band charakterisieren und ausmachen, doch Musik entwickelt sich immer auch weiter, steht niemals still. Keine zwei Veröffentlichungen von uns werden gleich klingen, auch wenn wir wohl immer als NORMA JEAN erkennbar sein werden.“ Die auf der neuen Platte eingekehrte „Lässigkeit“ der Kompositionen erklärt sich nach Schultz übrigens wie folgt:

„Die Arbeit an “Redeemer” hat uns verglichen mit der an “O’God, The Aftermath” nicht allzu sehr unter Druck gesetzt, denn von Anfang an ist für uns klar gewesen, dass wir allein unser Ding durchziehen und uns nicht von externen Erwartungen beeinflussen lassen würden. Ziel war es, ein Album zu erschaffen, auf das wir stolz sein können und das uns als Band repräsentiert. Nun, das ist uns geglückt, und wir könnten mit “Redeemer“ nicht zufriedener sein.“

 
 Links:
  myspace.com/normajean
 
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