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Nevermore

Storie von: Daniel, am 16.10.2006 ]

Eine Nevermore LIVE DVD wird sicherlich ganz oben auf dem Wunschzettel vieler Metalfans stehen. Nevermore sind ganz unbestritten die Band der Stunde. Kaum jemandem wird es wohl gelingen, etwas gegen die fünf Jungs aus Seattle zu sagen, schaffen sie es doch mit jeder Veröffentlichung sich erneut zu steigern.

 
Sieht man einmal vom missglückten ersten Mix von „Enemies Of Reality“ ab, so setzte auch „This Godless Endeavour“ wieder Maßstäbe. Live hingegen steht und fällt die Qualität der Band mit der Verfassung von Sänger Warrel Dane. So war es also mehr als spannend zu sehen, wie sich die Band schlagen würde, denn es ging um viel. Zum einen hatte man rund einen Monat zuvor eine Show ausfallen lassen müssen, so dass sich die Erwartungen der Fans sicher inzwischen nicht verkleinert haben dürfte, zum anderen waren neben den Gigs mit Disturbed eben ein paar Einzelgigs angesetzt, bei denen man für eine DVD mitfilmen ließ.

Knapp 666 verkaufte Tickets und schon rund eine Stunde vor Beginn ist die Zeche in Bochum gut gefüllt. Schon zeitig skandieren die ersten Fans laut „Nevermore“ und nach einer wie mir scheint unendlichen Wartezeit bis gegen 20:15 lassen die Jungs uns warten. Dann ist es soweit. Die Bühne ist in den Farben des letzten Albumcovers stimmungsvoll ausgeleuchtet. Kein Schnickschnack, kein Pomp, keine unnötigen Ablenkungen. „Final Product“ vom letzten Album leitet einen über zweistündigen Liederreigen ein, nach dem jeder Fan glücklich nach Hause gehen wird.

Schnell wird klar, dass es ein Abend wird, an den sich die versammelte Fanschar, die Pressemeute und zumal die Jungs von Century Media noch lange erinnern werden. Warrel Dane ist stimmlich voll auf der Höhe und überrascht durch einen nahezu perfekten Auftritt. Seine Ansagen schwanken zwischen witzig und düster, er stapft wie ein angeschossenes


Tier über die Bretter und trifft heute jede Note. Bassist Jim Sheppard stakst auf langen Beinen permanent lächelnd über die Bühne. Links und rechts gibt es die Vollbedienung an den Gitarren. Während Jeff Loomis wirklich überragend agiert und somit einer der unterbewertesten Gitarristen der Szene sein dürfte, rockt auf der rechten Seite Aushilfe Chris Broderick (von Jag Panzer) eher unspektakulär aber enorm solide und sympathisch durchs Set und verblüfft eben dadurch, dass er auch schwierige Passagen mit einem Lächeln quittiert. Dies bleibt letztlich der einzige Wehrmutstropfen, dass Gitarrist Steve Smyth bekanntermaßen krank zu Hause bleiben musste. Die Menge tobt, die Menge mosht, die Menge singt und wird bei „The Heartcollector“ zum sechsten Bandmitglied.

Über zwei Stunden fackelt die Band ein BestOf-Feuerwerk ab, wobei das Hauptaugenmerk auf den letzten drei CDs liegt. Nicht zuletzt der für Live-Verhältnisse druckvolle, laute und klare Sound macht dieses Konzert zu einem Genuss. Nach zwei kurzen Zugabeblöcken und einigen Songs, mit denen live nicht unbedingt zu rechnen war (auch ein Song von der „In Memory“-EP) ist der Spuk vorbei. Die Meute wankt nach Hause, verschwitzt, manche verwirrt, von dem Spektakel dessen sie gerade Zeuge werden durften. Nach diesem Abend sind zwei Dinge klar : 1. Nevermore zementieren ihren hohen Status und die derzeitige Popularität, die sie genießen und das völlig zu Recht. 2. Diese DVD muss ein Kracher werden, auf den zu warten sich lohnt !

 
 
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