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Beneath The Massacre

Storie von: arne, am 01.03.2020 ]

EIN SELTSAMER TRIP. Die 2004 gegründeten BENEATH THE MASSACRE fallen vor allem als eine extreme, kompromisslose Kapelle zwischen Tech-Death und Deathcore auf. Rasende Blastbeats ziehen sich durch alle Veröffentlichungen der Band, wobei das Quartett aus Montreal selbst dann noch nachlegt, wenn andere längst aufhören würden. Mit „Fearmonger“ feiern die Kanadier ein heftiges Comeback.

 
Nach Beendigung des Tour-Zyklus für das 2012er „Incongruous“ hatte sich die Gruppe zuletzt aus der Öffentlichkeit zurück gezogen: „Es war nie wirklich klar, wann wir unsere letzte Show spielen würden oder ob es für uns eine Weile wirklich nichts mehr geben würde,“ erwidert Frontmann Elliot Desgagnés darauf angesprochen, wie er sich nach dem letzten Gig vor der Auszeit gefühlt und was er seither getan hat. „Tatsächlich sind wir alle Tourneen in 2012 so angegangen, als ob jede von ihnen die letzte wäre. Das Touren haben wir dann aber erst 2013 herunter gefahren. Im Jahr 2014 haben wir nur noch eine einzige Show gespielt. 2015 dann gar keine mehr und im Jahr 2016 nur zwei. Erst danach war es wirklich vorbei, weil wir das Gefühl hatten, das „wahre Leben“ nachholen zu müssen. Es war immer schwieriger geworden, Musik zu spielen und zu touren. Einen solchen Punkt zu erreichen, ist für jede Band unausweichlich, glaube ich. Wir haben aber nie ganz aufgehört, zusammen Musik zu spielen und Songs zu schreiben, denn wir sind vor allem gute Freunde. Im Herbst 2017 hatten wir genug Material geschrieben, um ein Studio zu buchen und ernsthaft mit der Vorproduktion eines neuen Albums beginnen zu können. Jetzt wollen wir einfach so viel Musik wie möglich spielen und es vor allem genießen.“

Apropos genießen, dass selbst vielen geübten Tech-Hörern der Umgang mit BENEATH THE MASSACRE schwer fällt, weiß auch Elliot: „Manchmal müssen wir einzelne Songs so bearbeiten, dass wir einen bestimmten Teil oder ein bestimmtes Riff schlüssig einfügen können,“ verrät der Frontmann. „Würden wir es so abliefern, wie es ursprünglich geschrieben worden ist, könnte es zu viel sein. Rückblickend denke ich, dass „Incongruous“ selbst für einige unserer Fans viel zu schräg und intensiv ausgefallen ist. Wir hatten das Gefühl, dass einige von ihnen darüber enttäuscht waren, wie kompromisslos das Album gewesen ist. Andererseits schreiben wir die Songs aber für uns selbst. Um ehrlich zu sein, können wir es kaum glauben, dass es genug verrückte Leute gibt, die mit uns auf diesen seltsamen Trip gehen. Wir werden definitiv nicht versuchen, das zu ändern, was wir für gut halten, um den Leuten zu gefallen. Unsere Musik ist von jeher egoistisch.“

Und doch verspüren die Kanadier einen Bildungsauftrag: „Zumindest ein Stück weit geht es uns darum, den Geist der Menschen dafür zu öffnen, was Musik sein kann und wie weit wir dies voran treiben können. Viele Bands wählen den einfachen Weg, ohne sich jemals zu fragen, welchen Beitrag sie zu einem Genre, einer Szene, etc. leisten könnten, wenn sie sich nur trauen würden, etwas Eigenes auszuprobieren. Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir keine großen Festivals headlinen werden, aber so wenige dieser Headliner-Bands bringen tatsächlich etwas


Neues auf den Tisch. Wenn es eine Sache gibt, auf die wir stolz sind, dann, dass wir immer die Kühnheit besessen haben, die Grenzen und Stereotype dessen, was eine Metal-Band oder ein Genre auszeichnet, zu weiten.“ Das bedeutet konkret, dass die Kanadier stets so extrem und rigoros wie möglich in Erscheinung treten und ohne Unterlass blasten: „Viele Leute mögen unsere Alben nicht, wenn sie sie zum ersten Mal hören,“ bestätigt Elliot. „Leute finden mitunter erst Jahre später einen Zugang und beginnen, sie zu mögen. Das ist für mich in Ordnung, denn manchmal braucht es einfach seine Zeit. Wir wollen den Leuten dabei helfen, ihren Geist zu öffnen und über leicht konsumierbare Musik hinaus zu kommen. Musik, die im Radio gespielt wird, ist gefährlich für die Kreativität an sich. Die Underground-Szene ist stets der Ort, an dem aufgrund der Offenheit einer Community neue Sounds entstehen. Und genau dort nimmt der Mainstream neue Elemente auf, wenn sich neue Ideen herausgebildet und etabliert haben. Wir wollen einfach unser Ding machen und uns nicht die Frage stellen, ob es akzeptiert wird oder nicht. Natürlich wissen wir, wie man ein kommerziell akzeptables Album schreiben müsste, aber das ist nicht das Ziel unserer Kreativität.“

Was seine Gruppe auszeichnet, weiß der Frontmann: „Wir sind eine wütende Band. Es liegt in der DNA von BENEATH THE MASSACRE, fiese und wütende Musik zu schreiben. Ich glaube nicht, dass es uns überhaupt möglich ist, etwas anderes zu spielen. Das war die Motivation zu unserer Gründung und ist es bis heute geblieben. Wir wollen auch keine anderen Elemente einbringen. Ich weiß, man sollte niemals nie sagen, doch ich kann es mir nicht vorstellen, dass wir irgendwann etwas anderes als wütend sein werden. Hinsichtlich „Fearmonger“ wollten wir sicherstellen, dass wir das nach unseren Möglichkeiten beste Ergebnis abliefern.“ Der Impuls, mit der Gruppe wieder voll durchzustarten, kam aber von außen:

„Wir haben uns entschieden, „Fearmonger“ aufzunehmen, weil wir genug Tracks für ein Album hatten und die Songs als sehr stark empfanden,“ rekapituliert der Frontmann. „Als es fertig war, haben uns Freunde wie Alex Erian (DESPISED ICON) und Christian Donaldson (CRYPTOPSY) davon überzeugt, dass wir etwas damit machen müssen. Das brachte uns auf die Idee, wieder zu touren und live die Musik zu spielen, die wir in den letzten Jahren so sehr vermisst haben. Für die Menschen in unserem Umfeld, die uns aus unserer Komfortzone herausgedrängt haben, sind wir dankbar. Wir wollen unsere Songs nun wieder auf so vielen Bühnen wie möglich spielen und arbeiten hart an unserer Live-Show, um dem Publikum ein einzigartiges Erlebnis zu bieten. „Fearmonger“ ist nicht nur ein weiteres Album von BENEATH THE MASSACRE. Es ist die nächste Stufe.“

 
 Links:
  facebook.com/BeneaththeMassacreband
 
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