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For I Am King

Storie von: arne, am 04.01.2019 ]

EINE TEAM-LEISTUNG. Das Zweitwerk der Gruppe aus Amsterdam strotzt geradezu über vor Spielfreude und Selbstbewusstsein. FOR I AM KING legen mit „I“ ein konsequent zugespitztes Album zwischen Melo-Death und MetalCore vor, das Hörern ein Lachen ins Gesicht zaubert und einen frischen Blick auf die umrissene Spielwiese bietet.

 
„Es ist immer schwer, ein Label oder ein Genre für die eigene Musik anzunehmen“, entgegnet Gitarrist Koen. „Wir selbst hören nicht nur MetalCore oder Metal, sondern so ziemlich alles querbeet. Alles, was wir aus den verschiedenen Stilen und Sounds ziehen, fließt in unsere Musik ein. Das führt dazu, dass wir uns mit jedem Genre wohlfühlen, in das uns die Leute stecken. Für uns ist es schlicht Metal, doch wenn du denkst, dass es MetalCore oder Deathcore ist, ist das für uns auch okay.“ Frontfrau Alma stimmt zu und schließt sich der pragmatischen Sichtweise ihres Band-Kollegen an. Selbst mit dem Terminus MetalCore, mit dem viele Gruppen partout nicht in Verbindung gebracht werden wollen, kann sie sich anfreunden:

„Gegen dieses Label habe ich absolut nichts. Abhängig von den Zuhörern wurden wir schon mit vielen Stilen wie MetalCore, Deathcore, Death Metal, etc. bezeichnet. Solange wir mit Metal in irgendeiner Ausprägung in Verbindung gebracht werden und wir Metalheads erreichrn, ist es für uns in Ordnung.“ Über die diverse Rezeption von FOR I AM KING sind die Niederländer dennoch überrascht: „Manchmal ist es für uns schwierig, nach zu vollziehen, wie unsere Musik – gerade, wenn es arg positiv ist – wahrgenommen wird, weil wir sie selbst nicht so sehen“, merkt die Frontfrau an. „Uns geht es allein darum, die Musik zu schreiben, die wir lieben, und tun das, indem wir uns selbst als herauszufordern. Auf dem neuen Album haben wir unsere Musik entsprechend weiterentwickelt. Dennoch ist es immer noch so ziemlich das, was man von FOR I AM KING erwarten kann.“

Hörer bekommen es mit modernem Metal zu tun, der auf „I“ sowohl songdienlicher als auch eigenständiger adressiert wird, ohne an Härte einzubüßen: „Ich denke, das kann man so sagen“, erwidert Alma. „Dafür ist auch unser Besetzungswechsel aus dem letzten Jahr verantwortlich. Koen ist als neuer Gitarrist zu uns gestoßen; Jurgen an den Bass gewechselt. Diese Veränderung wirkt sich auf das neue Album und unsere musikalische Identität aus. Letztes Jahr haben wir viele Shows gespielt und Zeit auf der Straße verbracht. Das hallt nun in allem, was wir tun, nach.“ Der Neuzugang pflichtet der Sängerin bei: „Die Zeit, die wir gemeinsam unterwegs waren, hat uns geholfen“, so Koen. „Als ich zur Band stieß, gingen wir fast sofort auf Tour und dort lernt man sich wirklich kennen. Du erlebst alle guten und schlechten Eigenschaften der anderen und sie sehen deine. Gleichzeitig kann man starke persönliche Bindungen aufbauen. All die Erfahrungen haben ihren Teil beigetragen, unsere neue Musik und Identität zu formen.“

In ihrem Arbeiten sind FOR I AM KING dabei nicht auf einen spezifischen Sound aus: „Dieser Prozess beginnt für mich mit jedem Album von vorne“, formuliert es Alma. „Wir schreiben stets das, wonach uns ist. Für mich ist „I“ ziemlich genau so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe. Es sollte moderner als „Daemons“ klingen, weshalb wir bewusster mit der Dynamik in den Songs gearbeitet haben.“ Koen geht ebenfalls davon aus, dass sich


Künstler kontinuierlich weiter entwickeln und ihre Musik einer Veränderung unterworfen sein muss: „Du erlebst ständig neue Dinge und entdeckst neue Musik“, so der Gitarrist. „Das lässt man unweigerlich in seine Songs einfließen. Niemand will dasselbe Album zwei Mal herausbringen, niemand will es zwei Mal hören. Was die Arbeit an „I“ betrifft, kam alles natürlich zustande. Die zentralen Riffs und übergeordneten Themen der Songs schrieben sich praktisch von selbst. Dennoch haben wir uns die Zeit genommen, die Details zu perfektionieren.“

Entsprechend rund und ausgewogen klingt das Ergebnis: „Für mich ist nur wichtig, dass es am Ende Metal bleibt“, meint Frontfrau Alma, was der Band aus Amsterdam für ihre weitere Entwicklung alle Freiheiten lässt. „Haha, das ist wahr“, greift Koen den Faden auf. „Die Leitmaxime für FOR I AM KING lautet: „Haltet es einfach: einfach Metal!“ Daneben gibt es wirklich keine Einschränkungen. Solange wir uns beim Schreiben und Spielen unserer Musik sicher fühlen und von der Qualität überzeugt sind, ist alles erlaubt.“

Die Besetzung und interne Band-Chemie passen, so dass die Kreativität fließen kann: „Die Arbeit an dieser Platte war eine produktive Team-Leistung“, verrät Alma. „Jeder von uns hatte seine Rolle und seinen Beitrag. Das war eines der Dinge, die wir mit dieser Platte umsetzen wollten.“ Gitarrist Koen erinnert den Arbeitsprozess in der Gruppe ebenfalls als befruchtend: „Immer, wenn sich jemand verrannt hat und nicht weiter kam, sind die anderen eingesprungen und haben bei der Fertigstellung des Songs geholfen. Dass wir keinen Druck verspürt haben, hat dabei geholfen. Natürlich gab es eine Deadline und einen Anspruch an die Qualität, die wir abliefern wollten. Das führte aber zu keiner Zeit dazu, dass wir uns gegenseitig unter Druck gesetzt hätten. Was mir persönlich sehr zugesagt hat, waren unsere monatlichen Sitzungen, bei denen wir uns gemeinsam alles angehört haben. Wir haben uns intern Feedback gegeben und darauf verständigt, wohin wir die Songs bringen wollen.“

Ausgehend von geteilten Inspirationsquellen war die Richtung von „I“ schnell klar: „Einerseits waren wir auf mehr Dynamik aus, doch andererseits hat die Band schon immer eine Mischung aus heftiger und eingängiger Musik praktiziert“, so Koen. „Deshalb ist es nur logisch, dass unser Album das nun noch stärker widerspiegelt. Wir alle schätzen THE BLACK DAHLIA MURDER und FIT FOR AN AUTOPSY, aber genauso PAERKWAY DRIVE und ARCHITECTS. Für mich liegt der Schlüssel in den angesprochenen Sitzungen. Wenn man seine Songs nur oft genug hört, manchmal auch erst nach längerer Zeit wieder, kommt man leicht auf neue Ideen und Ansätze, um sie weiter zu perfektionieren. Obwohl „I“ in der Tat einheitlicher und ausgewogener klingt, finden sich doch auch viel Abwechslung. ‚In Flames‘ zum Beispiel ist fast schon Deathcore, während ,Devotion‘ eher zum Rock tendiert. Für mich ist es das, was FOR I AM KING definiert. Wir schränken uns nicht ein, indem wir sagen, dass es nur MetalCore sein darf.“

 
 Links:
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