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Boston Manor

Storie von: arne, am 27.12.2018 ]

ANDERS AUS KONZEPT. Das zweite Album von BOSTON MANOR trifft zunächst unerwartet. Der düstere Kontext und die breitere Musikalität setzen sich merklich von den ersten Veröffentlichungen der Briten ab. Die Mischung aus Indie-Rock, Pop-Punk und Elektro, die „Welcome To The Neighborhood“ bestimmt, entwickelt jedoch schnell einen faszinierenden Reiz.

 
„Wir sind stolz darauf, unsere künstlerischen Grenzen zu überschreiten und zu erweitern,“ greift Frontmann Henry Cox den Faden auf. „Ich gehe nicht so weit, zu behaupten, dass wir das Rad neu erfinden. Doch ich denke, dass es für jeden Künstler wichtig ist, immer außerhalb seiner Komfortzone zu existieren. Schließlich wollen wir nicht zwei Mal dieselbe Platte machen.“ Das Zweitwerk der Musiker aus Blackpool markiert eine deutliche Abkehr vom Sound des 2016er „Be Nothing“: „Obwohl wir von Beginn an gegen das Label kämpfen, ist unser Debüt vor allem mit Pop-Punk in Verbindung gebracht worden,“ so der Sänger. „Für uns ist das zu kurz gegriffen. Auf dem neuen Album haben wir uns darauf konzentriert, alle Facetten unseres Spiels anzureichern. So kommt die härtere Seite besser zur Geltung. Zusätzlich haben wir Groove- und Blues-Klänge implementiert. Da wir große Fans von NINE INCH NAILS und MINISTRY sind, haben wir uns mit Elektro- und Industrial-Sounds beschäftigt und versucht, sie in unseren Melodien zu verwenden.“

Diese Intentionen sind auf „Welcome To The Neighborhood“ spürbar. Gleichwohl wird es wohl noch dauern, bis BOSTON MANOR in den Augen der Hörer die skizzierte Enge verlassen: „Bei uns soll jede Platte anders sein,“ gibt Henry die Richtung vor. „Unabhängig davon gehe ich davon aus, dass sich unsere künftigen Platten viel ähnlicher sein werden als unser Debüt und das neue Album. Wir arbeiten bereits


am nächsten Album und konzentrieren uns darauf, den Sound, den die neuen Songs aufweisen, zu erweitern.“ Die großen Unterschiede zwischen beiden Alben überraschen selbst den Frontmann: „Hättest du mir „Welcome To The Neighbourhood“ an dem Tag vorgespielt, als wir die Aufnahmen für „Be Nothing“ beendeten, hätte ich geglaubt, dass wir so ein Album machen können. Doch die Wahrheit ist, dass wir immer schon in eine schwerere, düstere Richtung gehen wollten. Unser Debüt hat das nur nicht widergespiegelt. Das lag auch daran, weil etliche Songs schon älter waren.“

Veränderungen im Kreativprozess spielen ebenfalls mit hinein: „Beim Schreiben der neuen Platte haben wir uns darauf konzentriert, die Songs zunächst auf ihre grundlegende Inkarnation zu reduzieren und von dort aus zu erweitern,“ erzählt Henry. „Als Startpunkt haben wir jeweils eine Gesangslinie oder einen zentralen Riff gesucht. Das hat gut funktioniert, denn wir haben latent die Tendenz, die Dinge zu verkomplizieren. Die veränderte Arbeitsphilosophie hat uns geholfen.“ Zu guter Letzt bringen BOSTON MANOR auch den erforderlichen Mut auf, Veränderungen einzuleiten: „Für uns existieren weder Grenzen noch Regeln,“ so der Sänger. „Ich persönlich merke es immer sofort, ob eine Band auf natürliche Weise voranschreitet oder sich verbiegt, um etwas vorzugeben. Jeder Schritt, den wir gehen, basiert auf einer sorgfältig durchdachten Entscheidung.“

 
 Links:
  facebook.com/bostonmanoruk
 
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