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Aborted

Storie von: arne, am 11.10.2018 ]

NICHTS IST SCHLIMMER ALS DIE REALITÄT. ABORTED haben ein Händchen für plakative Titel, die unmissverständlich darauf einstimmen, was ihre Platten musikalisch bieten. „TerrorVision“ heißt das zehnte Album. Die Belgier fahren einmal mehr einen furiosen Death’n’Grind-Mix auf, der technisch, brutal und angriffslustig inszeniert wird.

 
„Letztlich dreht sich alles um gute Musik,“ bricht es Shouter Sven „Svencho“ de Caluwé herunter. „Es gibt nur zwei Genres: gute Musik und scheiß Musik. Aus diesem Grund interessieren wir uns nicht für Labels, sondern halten uns an das, was wir können und mögen. Wir sind darauf aus, gutes Songwriting und Groove mit technischen Parts und rohem Death Metal zu verbinden. So, wie es DYING FETUS seit jeher tun oder unsere Freunde von BENIGHTED, THE RED CHORD und ROTTEN SOUND. Es geht uns allein um Aufrichtigkeit und gute Musik.“ …die textlich zumeist mit düsteren Horror- oder Gewaltdarstellungen kombiniert wird. Auf „TerrorVision“ setzt sich Svencho erstmals auch mit dem Zeitgeschehen auseinander:

„Um ehrlich zu sein: ich habe keine Hoffnung. Die menschliche Rasse ist ein Haufen Scheiße, der jeden Tag aufs Neue beweist, dass wir nicht auf Erlösung hoffen können. Forschung, Wissen und Fakten sind heutzutage weniger wichtig als die persönlichen Wohlfühlzonen der Menschen. Kaum jemand traut sich noch, für seine Überzeugungen einzustehen oder auch nur Witze zu machen. Die Medien servieren uns, was sie wollen und denken, wir würden das wie heiße Sandwiches fressen. Es beunruhigt mich, dass die eigentliche Botschaft in der Berichterstattung den kleinsten Raum einnimmt, während das Drumherum aufwendig in Szene gesetzt wird. Denkt mit Leute, verwendet euer Gehirn, überprüft die Tatsachen. Nehmt nicht alles einfach nur hin.“ Neben dem gesellschaftlichen Umfeld hat das Quintett auch seine


Arbeitsweise auf den Prüfstand gestellt:

„Wir haben uns viel Zeit genommen, die Songs zu schreiben,“ erzählt Svencho. „Den Tour-Zyklus zu „Retrogore“ haben wir selektiv gehalten, um intensiv an „TerrorVision“ zu arbeiten. Die Aufgabe war definitiv eine Herausforderung, denn wir wollten unbedingt einen Schritt weiter gehen. Also betreten Sie das dunkle Universum von ABORTED und entdecken sie die „TerrorVision“ in all ihrer G(l)ory. Hölle ist nur ein Wort, die Realität ist viel, viel schlimmer.“ Das Schlüsselwort hinsichtlich der Weiterentwicklung lautet Songwriting:

„Für uns steht das jeweilige Lied im Mittelpunkt,“ bestätigt der Frontmann. „Manchmal sind wir technisch orientiert, manchmal nicht. Das hängt davon ab, was für den Song gut ist oder ihn besser macht. Das neue Album besitzt mehr Fokus, klingt aber genauso extrem wie seine Vorgänger. Was das Tempo anbelangt, stoßen wir in gänzlich neue Geschwindigkeitsbereiche vor. An Blastbeats besteht kein Mangel. Das Hinzufügen dieser Elemente lässt die schnellen Parts noch schneller wirken und die atmosphärischen Passagen, die einen herben Kontrast darstellen, noch mehr hervorstechen.“

Technik ist dabei niemals Selbstzweck: „Keiner von uns ist darauf aus, krass technische Songs zu schreiben,“ stellt Svencho klar. „Das ist nicht das, worum es dieser Band geht. Wir wollen schlicht nur gute, brutale Songs schreiben, die die Leute dazu bringen, einen Yorkshire zu adoptieren und ihn in Brand zu setzen, um es so zu fassen.“

 
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