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One Life All-in

Storie von: arne, am 08.09.2018 ]

Die Referenzen der Beteiligten reichen von The Spudmonsters, Run Devil Run und Seekers Of The Truth bis hin zu Benighted und Sepultura. Im Line-Up des Quartetts treffen demnach einschlägig erfahrene Musiker aufeinander. Im Kontext von ONE LIFE ALL-IN arbeiten sich die Franzosen ausgehend von einer Hardcore-Basis in verschiedene Richtungen vor, wobei Rock- und Metal-Einflüsse Stück für Stück neu gewichtet werden.

 
„ONE LIFE ALL-IN wurde vor ein paar Jahren mit der Absicht gegründet, kraftvolle Songs mit tiefer Bedeutung zu schreiben,“ erklärt Frontmann Don Foose. „Franco (Bass) und Clem (Gitarre) kontaktierten mich damals und wir beschlossen, miteinander zu arbeiten. Als wir anfingen, Songs zu schreiben, wurde uns schnell klar, dass dies eine einzigartige Band ist. Jeder Song besitzt seine eigene Identität und einen eigenen Stil. Die Leute sagen uns, dass sie die verschiedensten Einflüsse in unserer Musik hören. Das freut mich und ist ein großes Kompliment. Als Texter bin ich angetrieben, die Negativität der Welt und ungenutztes Potential in anderen zu erkennen und zu thematisieren. Ich möchte den Leuten eine Hilfestellung leisten.“

Band-Initiator Franco kann noch immer kaum glauben, nun mit einem Idol seiner Jugend zusammen zu arbeiten: „Die Spudmonsters haben mich in den 1990ern in die Hardcore-Musik eingeführt. Es ist ein Klischee, das zu sagen, aber sie haben mein Leben verändert. Zum ersten Mal traf ich Don 2012 auf dem Hellfest. Drei Jahre später trat er als Gastsänger auf dem Seekers Of The Truth-Album „Oldskull Revenge“, meiner damaligen Band, auf. Danach war es mein Ziel, eine Gruppe mit Don als Leadsänger zu gründen. Der Rest ist Geschichte. Es war unser expliziter Wunsch, diese Band zu gründen; eine Wahl und Herausforderung zugleich. Ich weiß nicht, ob wir unseren Sound schon gefunden haben, denn wir wollen experimentieren und verschiedene Dinge ausprobieren. Meiner Meinung nach gibt es für unsere Zukunft keine Grenzen.“

Mit der „The A7 Session“ liegt eine erste Veröffentlichung von ONE LIFE ALL-IN vor, die man primär dem Hardcore-Genre zuschlagen muss: „Hardcore war schon immer eine persönliche Einstellung für mich,“ erwidert Don. „Mich interessiert nicht, wie sich die Hardcore-Szene entwickelt hat. Früher hatten die Menschen eine Mission, ob nun Unity, Veganismus, Standhaftigkeit, etc. Heutzutage scheint es an Herz und Sinn zu fehlen. In der Szene habe ich viele Lektionen gelernt, in erster Linie aber, an sich selbst zu glauben und mit meiner Musik ein kreatives Angebot zu unterbreiten. Verschwende deine Zeit nicht damit, eine andere Band zu imitieren, sondern erschaffe deinen eigenen Sound. Daran halte ich mich.“ Franco sieht das Spiel des Quartetts auch aus anderen Gründen breiter ausgerichtet:

„Zwar sind wir unseren 20ern längst entwachsen, doch wir lernen immer noch jeden Tag dazu. Erfahrung und Reife können deinen Geisteszustand verändern, doch deine Wurzeln ändern sie nicht. Wir entstammen der Hardcore


-Szene, doch wir hissen nicht die Hardcore-Flagge. Wir haben in Frankreich im Jahr 2018 nicht dieselben Sorgen wie die New Yorker Bands in den 1980ern. Die Dinge haben sich geändert. Die Dringlichkeit des Hardcore wurde etwas anderes. Es ist nicht besser oder schlechter, nur anders.“ Die skizzierten Veränderungen sind auch Don nicht verborgen geblieben, doch der Frontmann sieht weiterhin die Notwendigkeit für textliche Durchhalteparolen und Lebenshilfe, wie sie der Hardcore stets geboten hat: „Von den meisten Hardcore-Bands bin ich nicht beeindruckt. Ich mag Turnstile. Sie haben tolle Riffs und eine tolle Live-Show-Energie. Leider scheint es aber so zu sein, dass der Hardcore den Großteil seiner Einstellung verloren hat. Ein Haufen von Außenseitern setzte sich für das ein, woran er glaubte. Bei vielen Bands vermisse ich heutzutage eine klare Kante und Charakter, was die Texte anbelangt. Viele Gruppen haben nicht mehr als schwere Riffs vorzuweisen, zu denen ein „Cookie Monster“ schreit, dessen Texte man nicht versteht. Ich hingegen mag es, von intelligenten Texten erleuchtet zu werden. Deshalb handeln meine Texte von den Kämpfen des Lebens. In den Songs biete ich Lösungen für die Probleme an, die ich anreiße. Ich hoffe darauf, dass sich die Leute daran erinnern, wenn sie einmal mit ähnlichen Situationen konfrontiert sind.“

Der lyrischen Hardcore-Tradition steht dabei ein stilistisch breit gefasster Sound zur Seite: „ONE LIFE ALL-IN unterscheidet sich von anderen Bands, weil wir nicht versuchen, Hardcore zu sein,“ stellt Don nochmals klar. „Wir alle haben so viele Einflüsse von Iron Maiden, Pennywise, Motörhead, Cro-Mags, Kirtana Musik, Deep Purple, Social Distortion bis zu Volbeat. Die Leute können uns nicht greifen, selbst wenn sie es versuchen. Hardcore ist eine so umfangreiche Beschreibung, dass wir das Gefühl haben, dass wir irgendwo in diese Kategorie fallen, ohne dass es zu viel preisgibt.“ Die angesprochene Mehrgleisigkeit bestimmt auch für Bassist Franco die Rezeption von ONE LIFE ALL-IN:

„Viele Kritiker erwähnen, dass wir „frisch“ klingen. Ich denke, das liegt daran, weil wir keine Angst haben, verschiedene Einflüsse zu mischen. In unserer Musik gibt es Hardcore, Punk, Metal und Rock. Wir versuchen, echte Songs zu schreiben, wie es die Beatles definiert haben. Eine starke Strophe und ein eingängiger Refrain – Punkt. Ich glaube, das ist heute eine verlorene Kunst. Viele Bands konzentrieren sich nur auf die Energie. Warum sind aber Volbeat und Ghost so erfolgreich? Weil sie echte und tolle Songs schreiben!“

 
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