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Caliban

Storie von: arne, am 03.05.2018 ]

Nachdem Laura Dahlmeier in Pyeongchang mehrere Olympia-Medaillen gewann, wollte sie ihr Karriereende zunächst nicht ausschließen. Inzwischen weiß man, dass es bei der Biathletin weiter geht, obwohl sie längst alle Kindheitsträume und sportlichen Ziele erfüllt hat. Nach mehr als zwanzig Jahren CALIBAN dürfte die Gemengelage doch ähnlich aussehen. Oder nicht?

 
„Es ist ja nicht so, dass wir das eine oder andere unbedingt erreichen wollten oder noch müssen,“ erwidert Frontmann Andreas Dörner. „Wir haben als Schüler-Band angefangen. Von einem Hobby aus hat sich all das entwickelt. Es ist nicht so, dass wir sagen, wir wollen da oder dort unbedingt mal spielen oder mit der einen oder anderen Band auf Tour sein. Ich für meinen Teil bin froh, dass ich nach so langer Zeit immer noch die Möglichkeit habe, Teil von CALIBAN zu sein und hoffe, dass es noch viele Jahre so weitergehen wird. Deshalb an dieser Stellen einen großen Dank an unsere Fans, die uns unterstützen. Ich könnte mir als Ziel setzen, dass wir künftig noch die Länder anspielen, in denen wir bislang noch nicht gewesen sind. Tatsächlich würde ich gern mal nach Island und Südafrika fliegen, denn dort waren wir bislang noch nicht. Als tourende Band irgendwann einmal die ganze Welt bespielt zu haben, ist ein kleiner Traum von mir. Was uns aber von jeher antreibt, sind die Passion zur Musik und der Wunsch, auf der Bühne zu stehen. Das ist unsere Liebe. Der Bonus ist, dass man Fans hat, die das gut finden und dazu beitragen, dass man geile Konzerte spielt.“

Im letzten Jahr hatten die Ruhrpott-Musiker unlängst Gelegenheit, zurück zu blicken, als ihr Label die Werkschau „Memoirs (2009-2017)“ auf den Markt brachte: „Das ist von Century Media angetrieben worden, aber natürlich ist uns in diesem Zuge bewusst geworden, was wir allein in unserer Century Media-Zeit so alles erreicht haben,“ sagt Andreas. „Das ist ja auch schon krass. Insgesamt sind es nun schon mehr als 20 Jahre – eine verdammt lange Zeit. Wir haben 1997 mit dem CALIBAN Debüt angefangen, aber natürlich auch davor schon einige Jahre lang Musik gemacht. Das war so mit 16 Jahren. Inzwischen sind wir schwer Ü-30! Das ist schon krass, wenn man Revue passieren lässt, welcher Weg hinter uns liegt. Es hat in ganz kleinen Jugendhäusern angefangen und ist dann größer geworden. Das ist heute so immens, dass ich es mir früher nicht einmal im Traum hätte vorstellen können.“

Apropos, mit dem Gast-Feature von Brian Welch auf dem neuen Album ging für die Musiker ein Traum in Erfüllung: „Letztes Jahr haben wir eine Club-Show mit Korn gespielt,“ erzählt der Sänger. „Damals steckten wir gerade in der Vorproduktion von „Elements“ und haben just zu diesem Zeitpunkt darüber nachgedacht, welche Gäste mit auf die Platte sollen. Ich meine, es ist unser Gitarrist Marc gewesen, der die Idee hatte, Brian zu fragen. Bei Korn sind die Musiker


auf Tour immer alle ein bisschen für sich. Da weiß man nie, wie die drauf sind und hält zunächst Abstand. Das hat sich dann schnell geregelt und wir haben mit denen gut gequatscht. Auf jeden Fall war Brian interessiert. Wir waren überrascht, dass er uns seit Jahren hört und gut findet. Das hat uns natürlich gefreut. So kam das zustande. Wenn ein Typ, der in deiner Jugend eine Art Vorbild war, so etwas sagt, ist das natürlich toll.“

CALIBAN selbst befinden sich längst selbst in der Position, dass sie andere Musiker beeinflussen und viele Hörer mit ihnen aufgewachsen sind: „Das ist immer ein wenig absurd. Ich persönlich mag es auch gar nicht, Leute anzuhimmeln oder selbst angehimmelt zu werden,“ wiegelt Andreas ab. „Es gibt keinen Grund, andere auf ein Podest zu stellen, nur weil sie Musik machen. Doch natürlich gibt es auch für mich einige Leute, die mich nachhaltig beeindruckt haben. Das sind beispielsweise die Korn-Bande oder auch Machine Head. Mit denen bin ich aufgewachsen und die sind es für mich einfach. Insofern kann ich nachvollziehen, was wir für Leute bedeuten, die mit uns groß geworden sind.Ich selbst finde das aber nach wie vor komisch, auch wenn es mir gelegentlich selbst so geht - aber ohne ein Fan-Boy zu sein, der Autogramme oder Fotos sammelt. Nur mit Biffy Clyro haben wir mal geplant Band-Fotos gemacht, was von beiden Gruppen ausging. Wenn ich mich mit anderen Musikern unterhalte, mit denen wir spielen, wird mir regelmäßig bewusst, wie lange wir das schon machen und was wir für andere als Einfluss bedeuten. Das freut mich dann immer sehr, weil es ein großes Kompliment ist. Eine gewisse Verantwortung verspüre ich daraus auch.“

Deshalb arbeitet der Frontmann daran, sich stimmlich kontinuierlich zu verbessern: „Über die Jahre habe ich mir eine andere Arbeitsweise angeeignet,“ so Andreas. „Das passiert allein schon dadurch, dass ich mit ganz unterschiedlichen Leuten zusammen gearbeitet habe. Mit zunehmender Erfahrung hat sich dann der Wunsch, weiter zu wachsen und noch besser zu werden, immer mehr verfestigt. Als Sänger bilde ich mich stetig weiter. Über die letzten Platten habe ich insbesondere den Clean-Gesang immer weiter ausgebaut. Heute sind wir an einem Punkt angelangt, dass ich das gesamte „Elements“ eingesungen habe. Das ist für mich ein wichtiger Erfolg. Natürlich könnte irgendwann Schluss in meiner Entwicklung sein, aber Möglichkeiten zur Verfeinerung wird es immer geben. Es ist ja noch nicht alles perfekt, doch daran arbeite ich.“

 
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