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Wolfpack

Storie von: arne, am 26.02.2018 ]

Die Franzosen von WOLFPACK sind bereits mit Lionheart und Desolated getourt. Die Veröffentlichung des zweiten Albums „Loathe“ via BDHW passt demnach gut. Auch deshalb, weil das Quintett auf eine rabiate Mixtur aus Hardcore und Metal setzt, die von einer Beatdown-Kante abgerundet wird.

 
„Auch wenn wir uns nicht als klassische Hardcore-Band definieren, ist uns die Hardcore-Szene dennoch wichtig,“ erzählt Bassist Kevin. „Die meisten von uns sind in der Pariser Szene sehr engagiert. Viele Leute meinen, dass Hardcore heute weniger prägnant sei als zuvor. Für mich ist das eher eine Frage der Sichtweise und des Zeitpunkts. Es ist definitiv mehr als nur ein elitärer Zirkel. Vorzugeben, Hardcore wäre elitär, würde der Bewegung schaden und ihr nicht gerecht werden. Es ist eine Szene, in der man als Band von Anfang an weiß, dass man nicht die breite Öffentlichkeit erreichen und dass man kein Geld verdienen wird. Vieles ist nach wie vor DIY, weshalb es für viele eine eher uninteressante Szene ist. Für uns ist sie jedoch eine überaus interessante und prägende. Deshalb freue ich mich, dass wir nach wie vor einen sehr starken Underground haben, in dem viel passiert.“ Dem Unity-Gedanken hängt der Musiker nicht nach, doch es freut ihn, dass WOLFPACK auf interessierte Hörer treffen:

„Meiner persönlichen Erfahrung nach ist die beschworene Einheit der Hardcore-Szene nicht viel mehr als eine nette Utopie. So etwas hat es, wenn denn überhaupt, nur in den ganz frühen Tagen gegeben. Gleichwohl existiert durchaus ein Gefühl der Zugehörigkeit zu etwas, mit dem sich viele identifizieren. Wie in jeder Gemeinschaft gibt es gute und schlechte Menschen. Man wird sich nie mit jedem vertragen. Von Menschen sollte man grundsätzlich nicht zu viel erwarten und stattdessen auf sich selbst vertrauen. Die Tatsache, dass Hardcore sich bisweilen einem breiteren Publikum öffnet, stört mich nicht. Das erlaubt es Gruppen, vor mehr Leuten und unter besseren Bedingungen aufzutreten. Es ist doch schön, wenn Hardcore-Bands etwas Ruhm erlangen und echte Anerkennung für ihre Arbeit erhalten. In Frankreich haben wir nicht die größte Szene in Europa. Doch wenn man französische Shows besucht, ist die Atmosphäre wirklich cool, selbst wenn es keine richtige Infrastruktur gibt. Vieles passiert nur im Genre selbst; beispielsweise gibt es hier nur wenige Labels. Es bleibt eine Szene, die sich überwiegend im Verborgenen abspielt. Das macht ihren Charme aus. Wer denkt, man könne mit Hardcore kein großes Rad drehen, ohne ein Schwachkopf zu sein, liegt aber falsch. Bands wie Rise Of The Northstar bewegen sich auf internationaler Ebene und ziehen damit unweigerlich mehr Aufmerksamkeit auf andere französische Bands. Die Mentalitäten entwickeln sich langsam, auch wenn zu viele Leute weiterhin allein darauf schauen, was in den USA passiert.“

Dabei findet sich auch in Europe eine agile Szene mit relevanten Gruppen. Das


Debüt von WOLFPACK, „None Above/None Equal“, ist auf dem US-Label Eulogy erschienen. Für die Franzosen war das ein toller Achtungserfolg: „Na klar, denn wir haben sprichwörtlich bei null angefangen,“ so Kevin. „Aus diesem Grund sind wir stolz auf das, was wir schon alles erreicht haben. Wahrscheinlich haben wir weitere gute Gelegenheiten ungenutzt verstreichen lassen, aber letztendlich feiern wir unsere Band und hatten schon ausreichend Gelegenheit, mit tollen Kollegen zu touren. Auch das ist für uns ein Erfolg, den uns niemand mehr nehmen kann. Wer weiß, was noch kommen wird. Die Zusammenarbeit mit BDHW ist gut losgegangen. Es ist schön, mit Menschen arbeiten zu können, die so viel geben wie du selbst und die genauso leidenschaftlich sind wie wir.“ Auf dem Zweitwerk „Loathe“ wartet die Gruppe aus Paris mit dem auf, was der Bassist zum eigenen Sound treffend umreißt: „Wir versuchen nicht, uns an ein bestimmtes Genre zu halten; nur Hardcore, Metal oder so zu spielen. Musikalisch sind wir eine Gruppe mit heterogenen Vorlieben. Einige von uns hören nicht einmal Hardcore und Beatdown. Eine klassische Hardcore-Band sind wir keinesfalls. Hauptsächlich sind wir vom Metal der späten 1990er und frühen 2000er Jahre beeinflusst. Wir sind mit Slipknot, Fear Factory und Machine Head aufgewachsen. Später haben wir dann Gruppen wie All Out War, Merauder, Integrity, etc. für uns entdeckt. Etliche Hörer können mit diesen Einflüssen sicherlich ebenfalls viel anfangen.“

Der harten Musik stellen WOLFPACK düstere Texte an die Seite: „Das Kunstwerk und der Titel stehen miteinander in Verbindung,“ erklärt Kevin. „„Loathe“ drückt vor allem Abscheu aus und den Ekel vor dem, was uns umgibt, den Hass auf uns selbst und die Prüfungen, die das Leben uns auferlegt. Jedes Lied hat sein eigenes Thema, das aus ein- und derselben Perspektive betrachtet wird. Dabei ist alles subjektiv. Wir formulieren eine globale Vision von unseren Leben sowie von unseren Schwierigkeiten auf die Welt um uns herum. Wir ziehen es vor, nicht zu viel vorzugeben, um Hörern die Freiheit zu lassen, selbst zu entscheiden, was sie in unseren Stücken sehen.“

In den ruppigen Tracks drücken sich die Randumstände während der Arbeit am Zweitwerk aus: „Das Album ist entstanden, als wir in unseren Privatleben schwierige Zeiten durchzustehen hatten. Einige haben ihren Arbeitsplatz verloren, andere Verwandte oder Beziehungen. Wenn ich mir „Loathe“ jetzt anhöre, stellt es exakt das dar, was wir ausdrücken wollten. Es ist bedrückend, traurig und löst unsere Emotionen des Augenblicks. Deshalb entspricht das Ergebnis unseren Erwartungen.“

 
 Links:
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