Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1682

Feed The Rhino

Storie von: arne, am 27.01.2018 ]

DAS FEUER BRENNT (WIEDER). Nach Ende des Tour-Zyklus zum 2014er Album „The Sorrow And The Sound“ war die Luft raus. Die Briten von FEED THE RHINO haben eine Kreativpause eingelegt und neue Kraft getankt. Nun meldet sich das Quintett aus Kent mit seinem vierten Longplayer „The Silence“ zurück.

 
„Die letzten zehn Jahre sind wie im Flug vergangen,“ resümiert Frontmann Lee Tobin. „Es fühlt sich gar nicht so lange an, wenn man sich vor Augen führt, was wir alles erlebt haben. Im Rückblick bedeuten mir die Auftritte bei den großen Festivals am meisten, denn gerade für den UK-Markt sind sie immens wichtig. Festivals wie Download, Reading oder Leeds, aber auch die kleineren, stellen die wichtigste Plattform für Bands dar, die ihren Namen unter die Leute bekommen wollen. Und die Festivals geben auch Newcomern die Chance, aufzutreten. Als FEED THE RHINO haben wir stets hart gearbeitet und uns durch die Clubs gespielt. Doch erst die Festival-Auftritte haben uns substanziell voran gebracht. Beim allerersten großen Festival, dem Download im Sommer 2011, haben wir vom Missgeschick des Veranstalters profitiert. Weil sie unseren Namen versehentlich auf die Flyer und Poster gedruckt hatten, haben wir einen Slot erhalten. Diese Chance haben wir genutzt. Seither sind Festivals unser Ding. Wann immer wir Anfragen bekommen und es zeitlich hinhaut, spielen wir auch. Unserer Erfahrung nach wirken Festivals als Katalysator. Ist man dort gut, spricht sich das herum und die Leute kommen dann auch zu den Club-Touren. Es ist doch toll, vor vielen Leuten aufzutreten, die einen nicht kennen und sonst vielleicht auch niemals kennengelernt hätten.“

Dasselbe gilt für die ersten Touren der Briten: „Wir haben schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt unserer Karriere mit großartigen Bands wie GALLOWS oder auch WHILE SHE SLEEPS getourt,“ bestätigt Lee. „Durch beide Gruppen haben wir Abend für Abend vor mehreren hundert Leuten gespielt, was zum damaligen Zeitpunkt für uns schier unglaublich und ein echter Glücksfall gewesen ist. Anschließend sind wir dann auch noch mit ihnen assoziiert worden, was uns bei der Etablierung von FEED THE RHINO enorm geholfen hat. Wir sind als Mischung der gerade angesagten Gruppen beschrieben worden, was die Aufmerksamkeit weiterer Leute erregt hat. Diesbezüglich können wir uns nicht beschweren. Doch auch wir haben schwere Zeiten hinter uns. Über einen längeren Zeitraum haben wir an viele Türen geklopft, unseren Sound entwickelt und versucht, unsere Karriere zum Laufen zu bringen. Anfangs kompensieren Leidenschaft und Aufregung alles. Alles ist neu und man saugt die vielen Eindrücke auf. Nach eigenen Jahren leidet die Euphorie dann irgendwann. Dann hilft es auch nur noch kurzzeitig, wann man die Hauptbühne von Reading und Leeds eröffnet, wie wir es 2015 getan haben. Das waren unsere beiden größten Auftritte überhaupt. Dennoch sind wir anschließend in ein Loch gefallen. Die Balance innerhalb der Band stimmte nicht länger. Wir hatten Schwierigkeiten, fokussiert zu bleiben, was sich bis auf die Shows ausgewirkt hat. Am Ende des Zyklus von „The Sorrow And The Sound“ haben wir gespürt, dass wir Abstand voneinander und eine Pause brauchen. Uns einzugestehen,


dass unser Feuer erloschen war, ist der bisherige Tiefpunkt unserer Karriere gewesen. Doch genau das war passiert. Wir haben uns dann einige Monate nicht gesehen und nur sporadisch Kontakt gehalten. Dass unsere Freundschaft stark gelitten hatte, war das Schlimmste. Glücklicherweise hat sie diese schwierige Phase überstanden. Die Band-Pause hat es uns ermöglicht, zu reflektieren, unsere Prioritäten zu ordnen und uns auszusprechen. Dass die Entscheidung, weiter zu machen, richtig gewesen ist, hat sich schon in der Arbeit an „The Silence“ gezeigt. Eine solch erfüllende und produktive Zeit haben wir vorher nicht erlebt.“

Musikalisch knüpft der Fünfer aus Kent nahtlos an eigene Großtaten an. Einmal mehr gibt es vorwärts gerichtete, grenzgängerische Musik im Spannungsfeld von Hardcore, Rock und Metal: „An Leidenschaft hat es uns nie gemangelt. Sie ist die Grundlage unserer Musik und kennzeichnet all unsere Songs,“ weiß der Frontmann. „Woran wir anzusetzen hatten, war die Motivation. Als wir das erste Mal versuchten, den Nachfolger zu „The Sorrow And The Sound“ zu schreiben, hat nichts funktioniert oder sich richtig angefühlt. Wir haben uns unter Druck gesetzt und wollten es erzwingen. Das hat natürlich nicht geklappt. Unsere Unzufriedenheit wuchs von Tag zu Tag. Auch darin hat sich gezeigt, dass an der Band-Pause kein Weg vorbei führte. Die Ablenkung durch Familie, Freunde, den Alltag und das Besuchen von Konzerten als Fans war Gold wert. Als wir wieder zusammen kamen, stimmte die Chemie von Beginn an. Nachdem wir einige Monate lang kein Teil einer Band gewesen sind und keine Shows gespielt hatten, wollten wir es unbedingt wieder. Diese Erkenntnis hat das Feuer neu entfacht. Wir haben kreativ noch so viel zu sagen, wissen inzwischen aber, dass alles seine Zeit braucht. Mit der nötigen Gelassenheit hat sich das Songwriting für „The Silence“ praktisch von selbst erledigt. Es hat Click gemacht und wir waren in der FEED THE RHINO-Stimmung, nach der wir Monate zuvor noch vergeblich gesucht haben. Es stimmt, dass sich unser Sound beständig verändert, doch von der Basis her sind wir doch stets als FEED THE RHINO erkennbar.“

Was das genau ist, umschreibt Lee Tobin wie folgt: „Musik dreht sich um Kreativität und Spaß. Darauf lässt es sich herunter brechen. Jede Band definiert ein Mischungsverhältnis, mit dem sie sich gut repräsentiert fühlt. Für uns stehen der Spaß und das Streben nach nachvollziehbaren Songs im Mittelpunkt. Unsere Position ist die zwischen den Stühlen. Andere mögen komplexer agieren, doch noch weitaus mehr sind weitaus simpler und berechenbarer unterwegs als wir. Wir sind fünf Typen, die schlicht heavy aufspielen wollen und genau das tun. Ergänzen lässt sich, dass wir klare Strukturen schätzen. Deshalb finden sich in unseren Songs nicht nur Heavy-Stuff, sondern auch viele Melodien und Hooks mit Wiedererkennungswert.“

 
 Links:
  facebook.com/feedtherhino
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Abandoned By Bears
  Annisokay
  Beach Rats
  Send Request
  The Bar Stool Preachers

Interviews/Stories:

  Deafheaven
  Chelsea Grin
  Astpai

Shows:

  24.08. Booze & Glory - Sullingen