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All Will Know

Storie von: arne, am 09.12.2017 ]

Man hat es oder eben nicht: das Gespür für ganzheitliche Metal-Hymnen, die mit Variabilität, Spielfreude und Verdichtung punkten. Das Drittwerk der Hessen von ALL WILL KNOW bietet all das im Überfluss. „Infinitas“ ist ein Album, das man vom Fleck weg gut findet und das man im Zeitverlauf noch mehr schätzen lernt.

 
Die Musiker nehmen das Kompliment dankbar an und stimmen ein: „Wir sind sehr stolz auf „Infinitas“, da es ein äußerst energetisches und vielseitiges Album geworden ist. Besonders freuen wir uns darauf, diese Energie auf die Bühne zu bringen und zu sehen, wie die Menschen auf die Songs reagieren. Wir wollen „Infinitas“ mit unseren alten und neuen Fans zelebrieren.“ Gitarrist Jan Jansohn (auch SuidAkrA und Adorned Brood/ex-Agathodaimon) verweist mit Recht darauf, dass das Line-Up eingespielt und die musikalische Stoßrichtung klar ist: „Der Arbeitsprozess war sehr lebendig und dadurch geprägt, dass wir in dieser Besetzung bereits sehr viel gemeinsam erlebt und gespielt haben. Es gab viel kreativen Spielraum, da wir ziemlich genau wissen, was jeder für Stärken, Vorlieben und Möglichkeiten in die Band und das Songwriting einbringt. Es fühlt sich nicht wie ein drittes Album an. Allgemein wird ja gesagt, dass Bands sich beim dritten Album gefunden haben. Wir wollen uns aber weiterhin entwickeln und sehen uns noch nicht in unserer Nische angekommen. Vielleicht wird das musikalisch nie passieren, denn wir wollen mitreißende Musik schreiben, an der wir und natürlich unsere Zuhörer Spaß haben. Am Ende geht es doch immer um die Überzeugung und den Spaß an der Sache. Wenn die Leute auf unseren Konzerten und mit unserer Musik eine gute Zeit haben, sind wir zufrieden.“

Mit ihren ganzheitlichen, offen gehaltenen und melodischen Metal-Tracks bieten ALL WILL KNOW eine breite Identifikationsfläche: „Jeder in der Band hat eine große musikgeschmackliche Bandbreite und diese verschiebt sich hier und da immer ein wenig. Die Schnittmenge ist spürbar im Bereich des Modern/Melodic Death Metal, während es für uns im Songwriting total natürlich ist, unsere darüber hinaus gehenden Einflüsse zu integrieren. Insofern hat sich an der Methodik gar nicht so viel verändert, sondern vielmehr entwickelt sich unser Sound Hand in Hand mit uns als Personen und Musikern.“ Hinsichtlich der mal hymnischen, mal poppigen Verdichtungen bietet „Infinitas“ dabei noch einmal mehr: „Wir haben da im Prinzip nichts geändert und sind unsere ärgsten Kritiker,“ relativiert Jan. „Du findest sehr eingängige Momente schon auf dem ersten Album, zum Beispiel bei ,The Weakest Spot‘ oder ,Counting Stars‘. Dann auch auf der zweiten Scheibe „Deeper Into Time“ im Titeltrack sowie bei ,Feed Their Minds‘ oder ,Home‘. Und jetzt eben auch auf der neuen Platte besonders stark bei ,Age Of Paranoia‘ und ,This Circle Never Ends‘, aber auch bei ,Behind Your Mask‘, ,Dead World‘ oder ,Beyond The Fear‘. Zwischendurch ziehen wir den Gashebel


aber immer an, ballern los, steigern die Dramaturgie und sorgen für Abwechslung. Das Schöne an ALL WILL KNOW ist ja, dass alles passieren kann. Alles kann, nichts muss.“

Als versierte, reife und findungsreiche Songwriter sorgen die Hessen dafür, dass der Unterhaltungswert und die Eingängigkeit nicht zu kurz kommen: „Wir sind große Freunde von musikalischer Dynamik,“ bestätigt der Gitarrist. „Es ist gerade dieses Ineinandergreifen von aggressiven und eingängigen, sanfteren Aspekten, welches einen großen Teil unseres Sounds ausmacht. Die angesprochene Gewichtung ergibt sich daraus, was der jeweilige Song aus unserer Perspektive braucht und wie es der Hörer wahrnimmt. Ein gutes Gegenbeispiel zu den melodischeren Aspekten ist unser neuer Song ,Ruins‘, bei dem wir fast über die ganze Strecke durchballern. Alles, was das Elixier besser macht, kommt herein.“ Mit Blick auf die Ausgangslage überrascht es nicht, dass man sich bei den Hessen intuitiv zu Recht findet:

„Der Startschuss für einen Song ist grundsätzlich das Bauchgefühl. Oft entstehen große Teile eines Songs bereits früh im Prozess, wenn eine bestimmte Stimmung in ihrer akuten Präsenz eingefangen wird. Ebenso funktioniert das initiale Schreiben eines Textes und der Melodien, die dessen Aussage transportieren sollen, sehr intuitiv. Der bewusste und strukturierte Anteil entfaltet sich im Feinschliff und in der Vorproduktion, wenn es tatsächlich um das Feintuning von Arrangements, Harmonien, Chorsätzen oder Leads geht, um das Bild abzurunden. Wir legen großen Wert auf eine akribische Auswahl der passenden Gitarren, richtigen Sounds und Effekte für jeden Song. Hört doch mal in ,Waves‘, ,Age Of Paranoia‘ oder ,Stain The White‘ rein. Da gibt es interessante Klangfarben zu entdecken. Darüber hinaus überlegen wir uns auch schon mal, was es bei ALL WILL KNOW noch nicht gab und entscheiden uns dann, ,Vicious Destiny‘mit einem Gitarren-Solo zu beginnen oder unseren Bonus-Track ,Deeper Into Time‘ als Reggae zu arrangieren.“

Der gebotenen Variabilität zum Trotz überzeugt „Infinitas“ dabei auch als zusammengehöriges Album, das organischen Metal repräsentiert: „Die Songs haben ja miteinander zu tun und wurden nicht einfach nur aneinander gereiht. Beim Erstellen der Tracklist achten wir auf Kontraste und Tempowechsel. So hat jeder Freude an der Platte. Die, die es eingängig mögen, werden einen schnellen Zugang zu den Songs finden und Leute, die sich für die Platte Zeit nehmen, können viele Details entdecken. Irgendwie muss man ja auch diejenigen belohnen, die sich immer noch CDs kaufen und nicht nur MP3s runterladen.“

 
 Links:
  allwillknow.de
 
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