Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1758

Necrotted

Storie von: arne, am 16.07.2012 ]

Die musikalischen Brutalo-Salven von NECROTTED kommen treffsicher. An der handwerklichen Umsetzung der zehn Tracks des Debüts „Anchors Apart“ gibt es nichts zu deuteln. Zwischen Deathcore, Death Metal und MetalCore geht es bei den Süddeutschen beinhart und angriffslustig durch Stücke, die ordentlich Druck entwickeln. Technisch ausgerichtete Tempo- und Frickel-Parts stehen neben schleppendem Beatdown-Mosh, finsteren Breakdowns und treibenden Melodien. Ganz, wie es sein soll.

 
Mit einer reifen Selbstverständlichkeit und den Erfahrungen von Shows mit Größen wie Vader, Hackneyed, Heaven Shall Burn, The Sorrow, Neaera und Unearth ausgestattet, geht es bei den Süddeutschen durch einen variabel und unterhaltsam ausgestalteten ersten Longplayer: „Dass mit der Mischung aus Spaß und Fokussierung hast du sehr gut erkannt“, entgegnet Bassist Fabian. „Der Spaß an der Musik ist für uns alle das Wichtigste. Dennoch nehmen wir das Ganze sehr ernst. Dazu gehört es auch, dass wir häufig große Mühen auf uns nehmen und einiges an Zeit investieren. Die Band ist für uns alle das liebste Hobby und ein Teil unserer Selbstverwirklichung.“

„Anchors Apart“ verbindet einschlägig bekannte Standards aus dem Feld zwischen Metal und Core, punktet mit einem lebendigen Songwriting und Pointierung. So werden NECROTTED keine Probleme damit haben, sich weitere Sporen zu verdienen, obwohl das Umfeld für MetalCore- und Deathcore-Gruppen gegenwärtig nicht so günstig aussieht: „Wir hatten schon länger vor, endlich eine Full-Length-Scheibe auf den Markt zu bringen und haben uns deshalb gar keine Gedanken darüber gemacht, zu welchem Zeitpunkt wir die CD veröffentlichen“, so der Bassist. „Wir verstehen uns nicht als Kopie anderer Bands des Genres. Klar, Einflüsse und Parallelen sind vorhanden, allerdings denken wir, dass wir doch einen ziemlich eigenständigen Sound geschaffen haben. Da unsere Musik recht ausgewogen ist, hatten wir noch nie Probleme, Hörer zu finden. Es ist ja so, dass das Publikum auf Konzerten meistens bunt gemischt ist und viele Leute sowohl Hardcore als auch Metal hören. So, wie wir es selbst auch tun. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass wir das Rad nicht neu erfinden, aber das wollen wir auch gar nicht. Vielmehr haben wir versucht, unsere verschiedenen Einflüsse optimal zu bündeln und daraus einen eigenen Sound zu kreieren. Was die Songs von NECROTTED auszeichnet, sind die eingängigen Melodien und groovigen Riffs, die im Gegensatz zu den harten Slam-Parts und Breakdowns stehen. Im Ergebnis sind wir Old School und modern zugleich.“

An den Süddeutschen sollten sich andere Gruppen ein Beispiel nehmen. Fünf junge Musiker haben die Band vor vier Jahren gegründet und ihre Entwicklung bis hin zum ersten Longplayer Schritt für Schritt absolviert. Anstatt vorschnell ein halbgares Album auf den Markt zu werfen, zahlten die Musiker Lehrgeld, schleiften ihre Fertigkeiten im Proberaum und haben sie auf Konzerten auf Effektivität hin überprüft. Im Internet erregte die Band zwischenzeitlich mit ihrer gratis veröffentlichten MCD „Kingdom Of Hades“ Aufmerksamkeit:






„Wir haben mit diesem Angebot nur gute Erfahrungen gemacht und konnten dadurch unseren Bekanntheitsgrad erweitern“, erzählt Fabian. „Wir können es anderen Gruppen nur empfehlen, so etwas ebenfalls zu tun, da man so schnell ein großes Publikum erreicht. Viele Leute, die uns zuvor nicht kannten, haben sich die MCD runter geladen und bei uns einfach mal reingehört. Das hat oft Interesse geweckt, das dazu führte, dass sie sich weiter mit uns beschäftigt haben. Für die Sammler unter unseren Fans, die auch etwas in die Hand nehmen wollen, existiert „Kingdom Of Hades“ zusätzlich noch in einer gepressten, physischen Version.“

Mit „Anchors Apart“ liegt nun auch der erste Longplayer von NECROTTED vor, seit dessen Fertigstellung allerdings schon einige Monate ins Land gezogen sind: „Es war ja so, dass wir das Album und Artwork zunächst komplett fertig produziert und aus eigener Tasche finanziert haben. Erst dann haben wir uns auf die Suche nach einem Label gemacht. Das hat seine Zeit gebraucht, aber letztendlich sind wir sehr froh darüber, bei Supreme Chaos Records gelandet zu sein. Die Aufnahmen dauerten zudem etwas länger, als geplant, da wir alle nebenher studieren, arbeiten oder noch zur Schule gehen. Mit den Songs sind wir immer noch äußerst zufrieden. Sie sind auf jeden Fall noch repräsentativ für NECROTTED. Im Nachhinein würden wir einzelne Kleinigkeiten schon noch verändern, aber das geht allen Musikern so, wenn sie ihre eigenen Alben reflektieren.“

Bewusst zeigen sich die Süddeutschen auch bei der eigentlichen Arbeit: „Wir proben sehr häufig, was uns erlaubt, wirklich lange an den einzelnen Songs zu feilen und sie zu optimieren. Dass ein Song gut und fertig ist, sagt uns meistens unser Gefühl. Da entwickelt man mit der Zeit einfach ein Gespür für. Zudem müssen alle fünf Band-Mitglieder von dem Song überzeugt sein. Unserem Verständnis nach zeichnet sich das Material von NECROTTED durch eine perfekte Mischung aus Melodie und Härte aus. Abwechslungsreiche Song-Strukturen sind genauso vorhanden wie der Ohrwurm-Faktor.“

Textlich treten die Süddeutschen ebenfalls vielschichtig an, wobei das Cover mit seinem Segelschiff im Sturm eine verdichtete Visualisierung gleich mitliefert: „Das Artwork ist vor allem an den inhaltlichen Titel-Song des Albums, ,This Blustery Ocean‘, angelehnt, hat aber natürlich zu allen Songs einen Bezug. „Anchors Apart“ ist kein reines Konzeptwerk, doch wir versuchen, jedem Song eine positive Botschaft mitzugeben. Dabei arbeiten wir mit bildhaften Metaphern, die oftmals aus der griechischen Mythologie entlehnt sind. Wie der einzelne Hörer diese dann deutet, ist seine Interpretationssache. Die Lyrics sind teilweise sehr persönlich, aber trotzdem immer allgemeingültig gehalten. Sie sind Teil unserer Selbstverwirklichung und spiegeln somit das wider, was uns im Kern ausmacht.“

 
 Links:
  myspace.com/necrotted
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Bastard Grave
  Gatecreeper
  Insomnium
  Mass Worship
  Yonder

Interviews/Stories:

  Issues
  Aviana
  Guilt Trip

Shows:

  13.11. Lionheart - Karlsruhe
  13.11. Jamie Lenman - Karlsruhe
  13.11. Opeth - Cologne
  13.11. Deez Nuts - Karlsruhe
  13.11. Fallbrawl - Karlsruhe