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Mnemic

Storie von: arne, am 10.03.2010 ]

„Sons Of The System“ markiert die Rückkehr von MNEMIC, die von jeher zwischen Cyber-Thrash, einer herben Rock-Kante und progressiver Experimentierfreude aufgestellt gewesen sind. Und das sind sie nach wie vor. Die Dänen präsentieren sich in ihrem Songwriting vorbehaltlos modern und Genre übergreifend orientiert. Härte und Verträglichkeit treffen gleichberechtigt aufeinander und duellieren sich in einem wandelbaren, unberechenbaren Klangkosmus.

 
„Die Musik ist in unseren Herzen und muss einfach raus,“ erklärt Gitarrist und Keyboarder Mircea. „Das lässt uns immer weiter machen und immer neue Sachen ausprobieren. In uns steckt jede Menge Energie und Leidenschaft. Das kreative Arbeiten und das Songwriting sind für uns wie eine Droge, die uns einfach nicht still stehen lässt. Wenn ich nicht das tun könnte, was ich liebe, würde ich eingehen. Natürlich hat es positive und negative Seiten, Musiker zu sein, doch am Ende überwiegt stets das Positive.“ …auch in den Songs. MNEMIC treiben ihre melodisch-poppige Schlagseite auf „Sons Of The System“ immer wieder auf die Spitze. Da die Musiker stets darauf bedacht sind, rabiate Gegenparts zu setzen, die komplex und frickelig angereichert werden, durchlaufen alle Tracks diverse Schwere- und Intensitätsgrade:

„Mit den Jahren bin ich deutlich kritischer geworden, was die Qualität der Musik anbelangt. Meine erste Band war eine Grindcore-Kombo, bei der wir mit 2-3 Riffs auskamen und ähnlich Carcass einfach nur abgedreht sind. Das hatte keinen besonderen Anspruch, was schon der blöde Bandname Mortal Education zeigte. Dennoch war es unheimlich aufregend, im Proberaum zu stehen und so laut und extrem wie möglich zu spielen. Mit allen folgenden Bands und Projekten musste die Musik lauter und besser werden. Nachdem ich meine Einflüsse verbreitert und mich anderen Stilen gegenüber geöffnet habe, bin ich als Musiker gewachsen. Mit dem Alter hat sich ein präziser Shilt-Filter herausgebildet, der mich in Bezug auf die Musik kritisch bleiben lässt. Schließlich stehen MNEMIC nicht nur mit anderen Metal-Bands im Wettbewerb. Streng genommen müssen wir uns mit Gruppen aus allen anderen Stilen messen. Qualität und Anspruch müssen universell gelten.“ Führt man den skizzierten Anspruch fort, ist es zwangsläufig so, dass sich der Stil der Dänen beständig verändert und die Band auf jeder Platte anders klingt:

„Nur dann ist man wirklich kreativ gewesen,“ bestätigt Mircea. „Für „Sons Of The System“ haben wir 25 Songs geschrieben. Nur die Hälfte hat es letztlich


auf das Album geschafft. Die übrigen Stücken waren zu sehr an unserem alten Material. Im Songwriting ist es uns passiert, dass die neuen Lieder teils weit von dem entfernt waren, wofür wir bekannt sind. Wir haben uns gefragt, ob das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist, haben jedoch keine eindeutige Antwort gefunden. Zunächst wussten wir nicht, was wir tun sollten. Dann haben wir all die Stücke verbannt, die gewöhnlicher Metal und nichts Neues für uns waren. Das spiegelt unseren Reifeprozess wider und belegt, dass für uns heute andere Einflüsse maßgeblich sind. Vor zehn Jahren schauten wir auf Metal-Kollegen. Heute inspirieren uns Drum’n’Bass, Rock, Reggae und Jazz. Die neue Platte ist überaus rockig gehalten, was bei ,March Of The Tripods’ besonders deutlich wird. Es ist ein simpler, reduzierter Rock-Track, der ohne Screaming, nur mit cleanem Gesang, auskommt. Große Melodien und gute Chöre sind uns wichtiger denn je. Wenn man zu einem Stück mitsingen kann, ist es gut. Bob Marley hat es vorgemacht und einige der besten Songs überhaupt geschrieben. Bezeichne mich für diese Aussage aber nicht als Hippie.“

Am Ende lässt sich nicht zweifelsfrei bestimmen, ob nun die Eingängigkeit oder der futuristisch gefärbte Metal die Wahrnehmung der neuen MNEMIC-Platte bestimmt. Fest steht allein, dass die Dänen ausgeprägtes Hymnen-Potenzial besitzen: „Was aus einem heraus kommt, wenn man kreativ arbeitet, lässt sich nicht kontrollieren,“ so der Gitarrist und Keyboarder. „Ich bin froh, dass die Stücke des neuen Albums alle unterschiedlich klingen und wir eine große stilistische Spannbreite unter Beweis stellen. In dieser Konsequenz war das auf keinem der früheren Longplayer so. Deshalb sticht „Sons Of The System“ so heraus. Es ist aber nur eine Momentaufnahme. Auf der nächsten Platte will ich noch rockiger und experimenteller werden; uns noch weiter vom Metal entfernen. Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, Drum’n’Bass-Elemente zu integrieren und die Melodien noch stärker zu betonen. Mal schauen, ob es so kommt und die anderen mitziehen.“

 
 Links:
  myspace.com/mnemic
 
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