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High On Fire

Storie von: arne, am 07.03.2010 ]

Es ist nur konsequent, dass HIGH ON FIRE auf ihrem neuen Album „Snakes For The Divine” mehr denn je in die Offensive gehen. Das Trio um Frontmann Matt Pike (ex-Sleep) sucht sein Heil im rücksichtslosen Frontalangriff und teilt aggressiv aus.

 
Der neue Longplayer entwickelt sich über seine acht Stücke hinweg als organisches und drückendes Heavy-Album: „Ich habe gerade erst letztens festgestellt, dass wir mit jedem Album düsterer, härter und schneller geworden sind. Das ist auch mein persönliches Empfinden und ich war schon überrascht, es in dieser Deutlichkeit festzustellen,“ bestätigt es Schlagzeuger Des Kensel. „Auf „Snakes For The Divine” trifft das mehr denn je zu. Das ist ein offensichtliches Zeichen unserer Weiterentwicklung, und es ist mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass die neue Platte auch technisch anspruchsvoller ist als ihre Vorgänger und es die Produktion dieses Mal ermöglicht, alle Details der Songs zu hören. Die deutlich aggressivere Haltung ist eben so beabsichtigt gewesen und definitiv kein Zufall. Die Mischung aus schnellen und brachialen Songs gefällt mir sehr, denn so werden unsere Songs abwechslungsreicher und interessanter.“ HIGH ON FIRE haben hörbar Gefallen daran gefunden, Ärsche zu treten und ruppig auszuteilen. Was zäh schleppend zu sagen war, ist lange abgehakt. Da wirkliche Innovation im Grunde nicht mehr möglich ist, setzt sich das Trio mit der Vehemenz des eigenen Schaffens auseinander:

„Egal, ob man sich den Heavy Metal, Hard Rock oder Punk Rock anschaut – Man stellt fest, dass es keiner Gruppe gelingt, wirklich originell aufzuspielen oder zu überraschen,“ so Des. „Das gilt es zu akzeptieren, doch man darf sich deshalb nicht von seinem Weg abbringen lassen. Die Einflüsse von HIGH ON FIRE sind offenkundig und doch gelingt es uns, im Ergebnis einen eigenständigen Sound zu erschaffen, den man mit uns assoziiert. Die eigene Persönlichkeit und die Einstellung zum Banddasein müssen stimmen, damit man es zu Relevanz bringt und man authentisch bleibt. Bedingung ist es dabei, dass man sein Instrument gut beherrscht und immer wieder neue Sachen ausprobiert. Außerdem darf man nie mit sich zufrieden sein und nichts für selbstverständlich nehmen.“

Dem entsprechend formuliert der Drummer die Arbeitsmaxime des Trios: „Wir halten es simpel und ziehen das durch, womit wir Spaß haben und was wir können. Mit unser Interpretation schwerer Musik unterschieden wir uns vom Großteil dessen, was es in der Heavy-Szene gibt. Das hilft dabei, dass die Leute unseren Namen behalten oder sich wenigstens daran erinnern, uns schon einmal gehört zu haben. Wann immer wir auf die Bühne gehen, geben wir unser Bestes und versuchen, die Leute mit unserer Leidenschaft zu infizieren. Wenn es uns gelingt, unsere Emotionen auf das Publikum zu übertragen, haben wir erreicht, was uns als Musikern möglich ist.“ Diese Erkenntnis setzt das Trio auch auf seinen Platten um. „Snakes For The Divine” fällt von seinen Zutaten her so überschaubar wie seine Vorgänger aus. Die Vehemenz, die HIGH ON FIRE an den Tag legen, und die Effektivität ihrer St


ücke lassen über den zugrunde liegenden Ansatz jedoch nicht lange nachdenken: „Wir sind eine Riff-basierte Band, die im Songwriting bauchgesteuert und mit überschaubarem Mitteleinsatz vorgeht. Das verwehrt es uns, zu technisch zu werden. Im Rahmen unserer Möglichkeiten legen wir dennoch Wert darauf, uns sowohl individuell auf den Instrumenten als auch im Zusammenspiel als Gruppe zu verbessern. Markige Grooves und dunkle Melodien sind uns in den Songs ebenso wichtig wie Härte und Wuchtigkeit.“

Die Gründe dafür liegen in der spürbaren Live-Orientierung der Musiker, die sie auch mit zu den Aufnahmen nehmen: „Schlagzeug, Bass und die ersten Gitarrenspuren spielen wir im Studio von jeher live ein. Es gehört einfach dazu, dass man die eigenen Songs am Stück spielen kann und sie auch im Studio auf den Punkt bringen kann. Später auf der Bühne musst du es ja auch tun. Warum also warten? Im Studio zu spielen ist letztlich nichts anderes als ein Auftritt vor einem kleinen Publikum und mit allerlei Technik um dich herum. Wir haben schon immer darauf geachtet, dass wir auf Platte so klingen, wie wir es live tun.“ Diese Lektion gilt es zu lernen, wobei HIGH ON FIRE Zeit ihres Bestehens für authentische, ruppige Heavy-Sounds standen: „Ohne solides Songwriting, wiedererkennbare Passagen und ein Mindestmaß an Melodie und Groove geht es nicht. Auf unseren Touren beobachte ich häufig super technische Bands, die total verrückte Sachen auf ihren Instrumenten zaubern, bei denen der Funke aber nicht überspringt. Ihnen fehlen Emotionalität und Natürlichkeit. Beides steht bei uns an erster Stelle, was nicht bedeutet, dass uns die Technik gleichgültig ist. Wir positionieren uns irgendwo in der Mitte.“

…was auch hinsichtlich der Hörergruppen gilt, die HIGH ON FIRE ansprechen: „Wir werden häufig mit Motörhead verglichen, auch wenn ich das musikalisch nur für wenige Passagen verstehen kann,“ äußert sich der Schlagzeuger. „Hinsichtlich unserer Fan-Basis sehe ich allerdings Parallelen, denn ihre Hörer sind so unterschiedlich wie es unsere sind. Sie kommen aus vielen Richtungen, wie Hard Rock, 80ies Metal, 70ies Metal, Punk Rock, Hardcore, etc. und decken vom Alter her eine enorme Spanne ab. Diese Spanne findet sich auch in unseren Songs. Wenn uns danach ist, ähnlich Black Flag zu wüten, tun wir es. Warum auch nicht? Wir können aber auch traditioneller Metal sein, wenn es darauf ankommt. Tagesform, Lust und Laune entscheiden darüber, ob wir einfacher oder komplexer agieren, aggressiver oder verträglicher, technischer oder weniger technisch. Bei uns ist eine Menge möglich und man kann nie wissen, was wir als nächstes tun.“ Für den Sommer stellen HIGH ON FIRE Auftritte auf ausgesuchten Festivals in Aussicht. Es bleibt zu hoffen, dass in Support von „Snakes For The Divine” auch wieder eine richtige Europa-Tour ansteht.

 
 Links:
  myspace.com/highonfire
 
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